Schule auf der Streuobstwiese in Antholing

Stolz präsentieren die Schülerinnen und Schüler der zweiten Klasse der Grundschule Antholing alle Farben des Regenbogens auf ihren Malerpaletten. Sie haben die Farbenpracht von Margerite, Hornklee und vielen anderen Blüten eingefangen, die auf der Streuobstwiese vor ihrer Schule wachsen. Die artenreichen Biotope sind Rückzugsort für rund 5000 Tier- und Pflanzenarten, darunter so seltene Vögel wie Wiedehopf, Steinkauz und zahllose Insektenarten.
Die Klassenlehrerin Birgit Heller–Dietz begleitete ihre zweite Klasse bei diesem Projekt, das vom Landschaftspflegeverband Ebersberg e.V. und die Regionalvermarktungsinitiative Ebersberger Land initiiert wurde. In vier Modulen lernen die Grundschüler unter der Anleitung von Dipl. Biologin Renate Wenning die ökologischen Zusammenhänge der wunderschönen Streuobstwiesen rund um Antholing kennen. Dabei erfahren die Kinder Wissenswertes über die Obstbaumblüte, die Tier- und Pflanzenarten, die Bedeutung der Bienen und im Herbst dann die Apfelernte und das Mosten des Obstes. Ziel der „Schule auf der Streuobstwiese“ ist es außerdem, den Blick zu schärfen, den die Streuobstbestände rund um Antholing für das Klima und das wunderschöne Ortsbild haben.

Im Oktober dieses Jahres 2017 (die Schülerinnen und Schüler der Klasse 2c sind inzwischen in der Klasse 3c) wurden wieder Äpfel und Birnen auf den heimischen Streuobstwiesen gesammelt und nach Kleinesterndorf zum Mosten gebracht. Diese Aktion findet inzwischen jährlich statt und kann folgendermaßen beschrieben werden:

Ein „Schwertransporter“ war unterwegs von Antholing nach Kleinesterndorf: Rund 80 Kilo Äpfel hatte die Klasse 3b der Grundschule Antholing aufgeklaubt und mit einem Leiterwagerl zur Mosterei gefahren. Die Äpfel wurden in den Streuobstbeständen der Familien Gasteiger und Messerer gesammelt und bei der Mosterei der Frau Greithanner zu 75 Liter Apfelsaft verarbeitet. Dort wurde den Kindern geduldig erklärt, wie diese moderne Saftpresse funktioniert und sie durften mithelfen beim Abfüllen des Saftes.  Im Umkreis von einem Kilometer um die Schule fanden Ernte und Verarbeitung der Äpfel statt. Somit hat die Schule ziemlich sicher den regionalsten Saft, den man sich vorstellen kann.

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